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- Sandra (Deutsche, 33):
Als ich wieder mal im verregneten Deutschland urlaubsreif war, standen laut Reisebüro zwei Reisen zur Auswahl. Darunter war auch die Türkei. Eigentlich war ich etwas voreingenommen gegenüber den Türken in Deutschland. Dennoch oder trotzdem wollte ich die Türken mal in Ihrer Heimat sehen, und flog nach Antalya / Alanya. Ich musste meine Meinung sehr schnell ändern, denn hier waren die Menschen ganz anders. Klar, denn hier sind sie Zuhause, hier sind sie in Ihrem eigenen Land. Schon ab dem ersten Tag war ich begeistert über die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft, vom Leben im Allgemeinen und natürlich vom Wetter.
Von da an flog ich immer wieder nach Antalya / Alanya. Das ist nun schon 7 Jahre her, mittlerweile habe ich auch meinen langjährigen türkischen Freund geheiratet. Ob wir für immer bleiben, wissen wir noch nicht, aber das sonnige Wetter, das gesunde Klima und meine guten Freunde, die ich gewonnen habe, halten mich hier.
- Barbara (Deutsche 39):
1997 haben mich meine Freundinnen zu einem Türkei Urlaub überredet. Eigentlich wollte ich viel lieber wo anders hin, aber die Reise nach Alanya war unschlagbar günstig...
Wir haben hier in Alanya einen erholsamen und schönen Urlaub verbracht. Bei einem Disco Besuch lernte ich einen Deutschen kennen, der damals schon hier lebte und arbeitete. Wie das dann alles so geht, haben wir in den folgenden Wochen und Monaten viel telefoniert und ich habe so manches lange Wochenende für einen Kurztrip nach Alanya verbraucht. Nach einigen Monaten stand für mich fest, das das so nicht weitergehen kann. Ich habe mich von meinem damaligen Arbeitgeber für ein Jahr beurlauben lassen, um das Leben in der Türkei auszuprobieren. Schon nach einem halben Jahr konnte ich meinem Arbeitgeber sagen, das ich nicht wieder nach Deutschland zurückgehen werde. Das Land, die Leute, das Wetter und natürlich der Mann an meiner Seite haben mich überzeugt hier zubleiben. Mein Freund hat mich bei einem meiner Besuche auf die Burg gebracht und mir dort an einem Aussichtspunkt gesagt: "Wer einmal nach Alanya kommt, kommt immer wieder." Er hat Recht gehabt.
Wenn mich das Heimweh nach Knödeln und Sauerkraut, Regen, deutschen Freunden und der Familie überkommt, kann ich wenigen Stunden wieder in Deutschland sein.
- Anja (Deutsche 32):
Für mich stand schon lange fest, dass ich einmal im Ausland leben und arbeiten möchte. Ich wusste bloß nie wohin ich möchte. Westeuropa, kannte ich von vielen Urlauben und irgendwie hat mich das nicht mehr gereizt. Osteuropa erschien mir immer zu kalt... Amerika und Australien waren mir zu weit weg. Ich war bezüglich meiner Auslandspläne in einer Sackgasse. Im Juni 2001 habe ich mit einer Freundin kurzfristig einen Urlaub in Alanya gebucht. Ich habe mich schon in den ersten Tagen in das Land verliebt. Fremd, aber doch bekannt. Orient, aber trotzdem europäisch. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen haben mich fasziniert. Zurück in Deutschland habe ich mich über Arbeitsmöglichkeiten für Deutsche in der Türkei informiert und eher per Zufall eine interessante Stellenanzeige gefunden. Auf meine spontane Bewerbung hin, bin ich dann auch eingestellt worden. Und im September habe ich in Alanya angefangen zu arbeiten. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, in nicht ganz 10 Wochen, meinen Hausstand aufzulösen, eine Nachfolgerin im Job einzuarbeiten, alle Formalitäten zu erledigen und mich von all meinen Freunden zu verabschieden. Irgendwie hat es aber geklappt. Jetzt bin ich seit fast 11 Monaten hier und bereue nicht einen einzigen Tag. Ich habe hier sehr nette Freunde gefunden und eine Arbeit, die jeden Tag etwas Neues bringt. Ich glaube einer meiner Vorteile war und ist, dass mich für das Land entschieden habe und nicht für eine Urlaubsliebe. Auch wenn ich mittlerer Weile eine türkischen Partner habe, ausschlaggebend für meine Entscheidung noch länger hier zu bleiben sind das Land, die Menschen hier, meine Arbeit und natürlich das gute Wetter.
- Sabine (Deutsche 40):
Mein ursprünglicher Beruf ist Reiseverkehrskauffrau. Darum bin ich schon immer viel gereist und habe viele Länder kennen gelernt. 1989 war ich das erste Mal in der Türkei, und schon damals haben mir das Land und die Menschen sehr gut gefallen. 1991 habe ich auf einer meiner Türkei Reisen meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er war Manager eines Hotels, das auf meiner Besuchs Liste stand. Kurze Zeit später bekam er die Möglichkeit nach Deutschland zu gehen und dort seine Qualifikationen zu verbessern. Für uns war das die beste Möglichkeit uns kennen zu lernen. Bis 1994 haben wir zusammen in Deutschland gelebt, aber immer wieder darüber geredet irgendwann in die Türkei zu gehen. Dann bekam mein Mann ein gutes Angebot in der Türkei und wir haben uns für einen Umzug entschieden. Das war nicht einfach, schließlich hatten wir ein Haus zu verkaufen, einen Haushalt zu verpacken, einzulagern und zu verschicken. Außerdem waren auch schon 3 Kinder da. Wir haben es geschafft und sind seitdem in Alanya. Da mein Mann immer in guten Positionen gearbeitet hat und es auch jetzt noch tut, haben wir nie finanzielle Schwierigkeiten gehabt und ich konnte meine eigenen Ideen verwirklichen. Ich habe verschieden Sachen ausprobiert, sowohl als Selbstständige, als auch als Angestellte. Jetzt arbeite ich halbtags als Angestellte im Büro und habe somit genügend Zeit mich um meine mittlerer Weile vier Kinder (5-16 Jahre alt) zu kümmern. Meine deutschen Freunde und meine Familie haben mit der Zeit die Türkei lieben gelernt und besuchen uns regelmäßig. Für meine vier Kinder, die zweisprachig aufwachsen, ist der Kontakt nach Deutschland sehr wichtig. Auch wenn sie jetzt sagen, dass sie hier leben wollen, irgendwann wollen sie vielleicht auch einmal das Leben in Deutschland ausprobieren.
- Nalan (Deutsche 25):
Eigentlich wollte ich mich beim türkischen Konsulat in Heidelberg erkundigen, was ich tun kann, damit mein türkischer Freund ein Visum für einen Deutschlandbesuch bekommen kann.
Das kann doch nicht kompliziert sein, dachte ich, denn ıch stand vor einem Wust von Vorschriften und Gesetzen. Aus lauter Frust, habe ich dann im Internet nach Jobs in der Türkei gesucht. Als ich dann tatsächlich einen gefunden hatte, stand fest, dass ich in die Türkei gehen werde, nicht nur wegen des Freundes und des Jobs, sondern auch um die Heimat meines Vaters kennen zu lernen. Leider haben wir in der Familie nie türkisch gesprochen, früher hat mich das nie gestört, jetzt wünschte ich mir manchmal, ich hätte schon als Kind diese Sprache gelernt...
Jetzt bin ich seit knapp 9 Monaten hier. Das mit dem Freund hatte sich nach wenigen Wochen schon erledigt, schade, aber nicht zu ändern. Wenn ich ehrlich sein soll, wir haben auch nicht wirklich zusammen gepasst. Im Urlaub ja, aber im Alltag nein! Der Job und die Freunde die ich hier gefunden habe, haben mir viel geholfen und das ist auch der Grund warum ich noch hier bin. Die netten Menschen, die Hilfsbereitschaft und Selbstverständlichkeit mit der geholfen wird, die interessante Arbeit und natürlich das gute Wetter.
Noch ein Grund warum ich erst mal nicht wieder in Deutschland arbeiten will, erst hier ist mir bewusst geworden, was es heißt 50 % vom Gehalt an Steuern zu zahlen. Hier verdient man zwar brutto weniger, aber netto bleibt trotzdem mehr über, da man nur ca. 20% Steuern zahlen muß!
- Yazgülü (Türkin 30):
Geboren bin ich Deutschland. Dort habe ich auch 13 Jahre lang gelebt und bin bis zur 8. Klasse zur Schule gegangen. Eines Tages haben meine Eltern mir mitgeteilt, dass wir zurück in die Türkei gehen. An meine erste Reaktion kann ich mich nicht mehr erinnern (ist vielleicht auch besser so?) aber rückblickend kann ich sagen, dass meine Gefühle sehr gemischt waren. Einerseits wollte ich in die Türkei, in das Land das ich aus Urlauben kannte, in dem die Menschen zu allen gleich freundlich waren und wo meine Verwandtschaft lebt. Andererseits wollte ich in Deutschland bleiben. Bei meinen Schulfreunden und in der gewohnten Umgebung. Die Beweggründe meiner Eltern habe ich damals nicht verstanden. Jetzt aber kann ich sie nicht nur verstehen, sondern kann nur jeden unterstützen der zurück in die Heimat möchte. Die Gründe meiner Eltern waren unter anderem zu viel Stress, hektischer Alltag und immer das Gefühl der "Zweitklassigkeit".
In der Türkei wurde ich in die 5. Klasse zurückgestuft! Warum? Weil viele Dinge, die ich in Deutschland gelernt hatte hier nicht gelehrt werden und ich vieles was hier im Programm steht in Deutschland nicht gelernt hatte. Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, habe ich an der Atatürk-Universität in Erzurum mein Germanistik Studium abgeschlossen und bin dann nach Alanya gegangen um dort in der Tourismusbranche meine Deutsch und Türkisch Kenntnisse einzusetzen. Mein Ziel war es, irgendwann für eine deutsche Firma zu arbeiten. Das habe ich erreicht, denn jetzt arbeite ich für ein deutsch - türkisches Unternehmen als Dolmetscherin und Einkäuferin.
Abschließend möchte ich noch etwas bemerken:
Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass wir damals zurück in die Türkei gegangen sind, obwohl viele unserer Freunde und Verwandten uns nicht verstanden haben (In Deutschland sei doch alles viel besser...). Ich bin glücklich, dass ich in der Türkei lebe und arbeite und ich bin stolz eine Türkin zu sein!
- Derya (Türkin 34):
Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich bin in Deutschland zur Schule gegangen und habe eine Ausbildung gemacht. Für meine Eltern stand fest, dass wir immer in Deutschland bleiben werden, erst Recht, nachdem ich gute Stellung gefunden hatte. Für mich war das aber nicht so klar, ich wollte immer in die Türkei, in das warme und sonnige Land meiner Vorfahren. Auf vielen Urlaubsreisen in die Heimat meiner Eltern, hat sich der Wunsch in der Türkei zu leben und zu arbeiten immer mehr verstärkt. Nachdem ich dann bei Freunden in Deutschland meinen jetzigen Mann kennen lernte, stand für mich fest: Ich gehe in die Türkei.
Mein Mann arbeitete damals als Reiseleiter in Side und plante einen Umzug nach Alanya. 1996 haben wir in Denizli, der Heimat meines Vaters geheiratet und uns dann unser gemeinsames Leben in Alanya aufgebaut. Auch wenn ich meine regelmäßigen Reisen nach Deutschland sehr genieße, mein Herz ist türkisch und ich möchte nirgendwo anders leben. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, die Sonne stärkt die Seele und lässt den Alltag oft verblassen. Hier zählen Gefühle, Freundschaft und familiäre Verbundenheit mehr als wirtschaftliche Vorteile und hier kann ich meine Träume verwirklichen.
- Martin (Deutscher 49):
Schon lange gärte in mir der Wunsch, Deutschland zu verlassen und meinen ständigen Wohnsitz ins Ausland zu verlegen. Obwohl ich immer selbstständig tätig war, fühlte ich mich eingeengt in meinem Heimatland. Als sich die Gelegenheit bot, einer deutschen Firma beim Aufbau ihrer türkischen Niederlassung in Istanbul zu helfen, waren meine Familie und ich nach kurzer Überlegungszeit bald darauf in der Türkei. Was sich Anfangs noch durch den "orientalischen Flair" wie ein interessanter Urlaub ausnahm, wurde bald die "Hölle auf Erden". Sprachprobleme, allgemeine Verständigungsschwierigkeiten mit den uns fremden Menschen oder auch der häufige, teilweise offene Versuch der Übervorteilung ließen uns oft verzweifeln. Gerade in dieser Zeit war die Familie der einzige verlässliche Halt für jeden einzelnen von uns. Doch selbst das wurde auf eine harte Probe gestellt, weil das schulische "absacken" unseres Sohnes unsere Nerven belastete. Doch allmählich fand der sein Gleichgewicht, die Schwierigkeiten im Geschäft lösten sich auf und wir wurden langsam heimisch. Irgendwann begannen wir auch die türkische Sprache zu verstehen und zu sprechen. Nach 5 Jahren Istanbul, zog es uns noch südlicher und wir packten erneut unsere Koffer und landeten im Februar 2000 in Alanya. Hier haben wir uns unser Traumhaus gebaut und sind jetzt glücklich, da angekommen zu sein wo wir sind. Man akzeptiert uns heute als "Einheimische" und ich kann mir nicht mehr vorstellen von hier weg zu gehen.
- Anton (Deutscher 46):
Ein Klick auf die richtige Seite im Internet kann wirklich ein Leben verändern. Diese Erfahrung habe ich im letzten Jahr persönlich gemacht. Alle 10 Jahre eine neue Herausforderung zu suchen ist eine Devise meines Lebens. Doch wo starten? Australien, Kanada oder die USA waren gedanklich die ersten Adressen. Später stand ein afrikanisches Land in der engeren Wahl. Dann kam der "richtige Klick". Auf einer Homepage fand ich sehr viele Informationen und Neuigkeiten über die Türkei. Über dieses Land hatte ich mich bisher kaum informiert. Bald bereiste ich die Türkei, um mich vor Ort umzusehen und um Land und Leute kennenzulernen. Schnell merkte ich, dass mein Wissen über die Türkei mit Klischees behaftet war, die einer einseitigen negativen Berichterstattung deutscher Medien entsprachen.
Weitere Besuche, gemeinsam mit der Familie an der türkischen Riviera ließen aus einem Wunschgedanken rasch Wirklichkeit werden. Endlich Sonne und saubere Luft zum Atmen!
Jetzt leben wir hier in Alanya und genießen die wundervollen Landschaften und die reiche Kultur der Region. Damit wir die Sprachbarriere schneller und leichter überwinden, machen wir seit einigen Wochen mit der gesamten Familie einen Sprachkurs.
- Teoman (Türke 53):
Ostern 2001 habe ich mit meiner Frau Urlaub in Alanya gemacht. Da ich selber Türke bin, aber schon viele Jahre in Deutschland lebe, ist Türkei Urlaub für mich immer etwas besonderes. Einmal Urlaub und Erholung vom Alltagsstress, aber auch ein Entdecken und Erleben meines Heimatlandes Türkei. Auf einem Spaziergang durch Alanya entdeckten wir das Büro einer deutsch-türkischen Firma und waren begeistert, was ein Deutscher in der Türkei alles auf die Beine gestellt hat. Da ich schon seit einiger Zeit den Wunsch hatte, zurück in die Türkei zu gehen, habe ich die Gelegenheit ergriffen und mich vorgestellt. Da meiner Frau die Region in und um Alanya auch sehr gut gefällt haben wir kurzentschlossen in Deutschland unsere Koffer gepackt und sind hierher gezogen. Für mich ist es eine große Herausforderung, mein in Deutschland erlerntes Fachwissen jetzt in meiner Heimat anzuwenden.
- Berna (Türkin 33):
Als ich fünf jahre alt war, ist meine Familie nach Deutschland gezogen. Wir landeten in einem kleinen Dorf und waren dort gleich etwas besonderes, denn außer uns wohnten damals dort nur Deutsche. Für mich und meine Geschwister war die Umstellung am Anfang sehr schwierig, eine fremde Sprache, das Wetter war scheußlich und alle sahen irgendwie anders aus. Mit sechs wurde ich, obwohl mein Deutsch noch sehr schlecht war, eingeschult. Irgendwie haben sich meine eigenen Startschwierigkeiten in kürzester Zeit in Luft aufgelöst und ich bin gut zurechtgekommen. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung gemacht und schon kurz darauf eine gute Stelle bekommen. Meine Sprachkenntnisse (Türkisch, Deutsch und Englisch) sind nicht nur in Deutschland ein Pluspunkt! 1998 bin ich zusammen mit meiner Mutte zurück in die Türkei gegangen. Die Entscheidung war schwierig und leicht zugleich. Schwierig, weil ich eine gesicherte und gute Existenz in Deutschland aufgeben mußte, leicht, weil ich die warme Sonne und die Menschen meiner Heimat vermisste. Meine Geschwister leben alle noch in Deutschland und oft diskutieren wir, wem es wohl besser geht. Wir haben noch keine Antwort gefunden. Ich habe die Herausforderung, mir hier eine neue Existenz aufzubauen gerne angenommen und bin glücklich diesen Schritt gemacht zu haben.
- Gabi (Deutsche 47):
In einem Türkei Urlaub 1989 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Damals wollte ich mich nicht verlieben und schon gar nicht in eine Urlaubsliebe! Als ich wieder in Deutschland war, war es aber doch passiert. Ich vermisste ihn sehr und bin nach drei Monaten wieder in die Türkei gefahren. Zusammen haben wir dann etwa ein viertel Jahr hier gelebt. Dann wollte ich nach Deutschland zurück. Glücklicherweise konnte er mitkommen. Bis 1996 haben wir dann in Deutschland gelebt und gearbeitet. Als wir die deutsche Staatbürgerschaft für meinen Mann beantragen wollten, wurden wir vor große Schwierigkeiten gestellt. Unter anderem sollte ich beweisen, dass ich wirklich Deutsche bin! Da hat es mir dann gereicht und wir sind in die Türkei gegangen. Die Ortswahl fiel nicht schwer, denn wir hatten ein Baugrundstück in Alanya geerbt. Unser Sohn war damals 6 Jahre alt. Für ihn war der Umzug am schwersten. Gerade hatte er sich seinen Platz in Kindergarten und Vorschule erobert und freute sich auf die Schule, als wir ihn aus der gewohnten Umgebung herausnahmen und vor -für ihn- unüberwindbare Schwierigkeiten stellten. Nicht nur die Sprache, nein alles war für ihn schlecht. Wir waren gemein und böse und er wäre am liebsten alleine zurück nach Deutschland gelaufen. Heute sieht das ganz anders aus. Er ist türkischer als manch einer seiner Klassenkameraden, spricht fast besser Türkisch als Deutsch und auf unseren Deutschlandurlauben, fängt er nach wenigen Tagen an zu nörgeln, dass er wieder nach Hause will..
Ich habe hier in der Türkei noch etwas gelernt. In Deutschland zählt der Mensch nur dann etwas, wenn er bestimmte Kriterien erfüllt. (Ausbildung, Einkommen, Statuts...) hier ist das anders. Hier zählen auch andere Punkte, wie Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Kreativität und Spontanität noch etwas. Ich möchte nicht wieder zurück nach Deutschland, ich bin hier in der Türkei sehr glücklich!
- Pieter (Holländer, 52)
Unruhe und Reiselust liegt mir anscheinend im Blut. Schon als Kind träumte ich mich über Grenzen hinweg. Als junger Mann machte ich einen ersten großen Schritt ins Ausland, denn ich ging als Berufssoldat zum Militär. Dank dem Militär habe ich viele Länder gesehen und regelmäßiges umziehen und eingewöhnen an neue Länder, Sitten und Gebräuche ist für dadurch schon fast Gewohnheit geworden. In den 80er Jahren lernet ich mit dem Militär zum ersten Mal die Türkei kennen. Ich war sofort begeistert von der Freundlichkeit und Warmherzigkeit der Menschen. Die wunderschönen Landschaften und die Mischung aus Orient und Europas haben mich fasziniert. Seitdem habe ich fast jedes Jahr mehrere Wochen Urlaub in der Türkei verbracht. Nach meinem Ausscheiden aus dem Militär, habe ich als selbstständiger Immobilienmakler in Holland gearbeitet. Aber immer war da eine Sehnsucht in mir...
Jetzt bin ich seit fast einem Jahr in der Türkei und genieße jeden Tag aufs neue. Hier kann ich ein wesentlich sorgloseres, tägliches Leben führen als in Holland. Und mir ist noch etwas positiv aufgefallen: Hier leben viele Holländer und Deutsche mit ähnlichen Gedanken und Träumen . Jeden Tag lerne ich neue Menschen kennen und schnell werden aus lockeren Bekannten Freunde. Ganz egal ob Türken, Holländer oder Deutsche, die, wie wir hier leben sind alle gleich
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