12 Monate Tourismus an der Türkischen Riviera  
Rene Herboth     
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 Türkei - Land der Bibel


“Die sieben Gemeinden”

  Die Apokalypse

Die Offenbarung des Johannes oder auch “Apokalypse” (griech. Apokälypsis = Enthüllung) ist das letzte Buch des neuen Testaments. Eine Definition des “Brockhaus” bezeichnet die Apokalypse als prophetische Offenbarungsschrift, die in allen Religionen vorhanden ist, in denen die Frömmigkeit von der Erwartung eines Weltendes und -gerichts mitbestimmt ist. Der Verfasser der “Offenbarung” nennt sich selbst viermal Johannes. Es wird auch nicht bestritten, dass dieser wirklich so heißt. Aber natürlich hat man sich immer wieder darüber Gedanken gemacht, wer dieser “Johannes” wirklich war. Wahrscheinlich war er ein Wanderprophet mit hohem Ansehen in den christlichen Gemeinden Kleinasiens (heute Türkei). Er deutet in schwierigen Zeiten den dort lebenden Christen die Situation. Da es ihm nicht möglich ist selbst zu kommen schreibt er eine Schrift, welche einen brieflichen Rahmen hat. Diese soll in der Gemeindeversammlung vorgelesen werden, um die Christen in ihrer Bedrängnis zu trösten und sie zur Standfestigkeit zu ermuntern, um durch bedeutsame Wahrheiten über das Schicksal der Arche und der ungläubigen Menschheit die Bereitschaft Märtyrium zu stärken.
Das letzte Buch des “Alten Testaments” ist also an die christlichen Gemeinden Kleinasiens gerichtet. Stellvertretend für diese nennt “Johannes” sieben Gemeinden (Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea). Da die Zahl “7” jedoch ein Symbol für die Ganzheit und die Vollkommenheit ist, kann man davon ausgehen, dass die gesamte Christenheit Kleinasiens oder vielleicht sogar die gesamte Kirche gemeint ist.

 

 
Die Briefe an die “sieben       Gemeinden”
 

Während dieser Apokalypse hat Johannes eine Vision, in der er den Auftrag erhält den sieben Gemeinden einen Brief zu schreiben, dabei sind die Briefe immer nach einem gleichen Muster aufgebaut. Der Menschensohn stellt sich vor, er beurteilt die Gemeinde, nennt –falls möglich- Stärken und Schwächen, gibt Rat und erklärt eine jeweilige Verheißung. Der Auftrag lautet beispielsweise: “Dem Engel der Gemeinde Ephesus schreibe:” (Offb. 2,1)

“Dem Engel der Gemeinde Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern.” (Offenbarung 2,1)

“Dem Engel der Gemeinde Smyrna schreibe: Das sagt, der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden.” (Offenbarung 2,8)

“Dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe zweischneidige Schwert.” (Offenbarung 2,12)

“Dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und seine Füße sind wie Golderz.” (Offenbarung 2,18)

“Dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne. Ich kenne deine Werke. Du hast den Namen, dass du lebst, und du bist tot.” (Offenbarung 3,1)

“Dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt und niemand tut auf.” (Offenbarung 3,7)

“Dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.” (Offenbarung 3,14)

  Die sieben Gemeinden heute
 
 Ephesus


Ephesus, im Westen der Türkei gelegen, war eine bedeutende römische Stadt und hatte einen Hafen an der Mündung des Flusses Kaystros. Als ein Handels-, Religions-, und Kulturzentrum verband es Ost und West. Auch in der Geschichte der frühen Kirche spielt Ephesus eine zentrale Rolle. Paulus besuchte Ephesus auf seiner 2. und 3. Missionsreise und hielt sich hier zwei Jahre lang auf. (1. Korinther 15,32) In Ephesus kann man u.A. die “Kirche der heiligen Maria”, die “Kirche des heiligen Johannes” und das “Theater zu Ephesus” besichtigen.
 

 
  Smyrna



Smyrna (heute Izmir) ist eine antike Stadt im westlichen Kleinasien. Das heutige Izmir ist eine bedeutende Hafenstadt mit modernen Gebäuden. Hier wurde einer der ersten Tempel gebaut, die dem Kaiserkult gewidmet waren. Die in der Offenbarung erwähnten Christen weigerten sich an diesem Kult teilzunehmen und wurden dafür vom Herrn aufs Höchste gelobt. Eine große Sehenswürdigkeit in Izmir ist z.Bsp. die “Polykarp Kirche”, die man unbedingt einmal gesehen haben muss.

 
  Pergamon



Pergamon (heute Bergama) war die bedeutendste Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Lyzien. Sie lag 24km vom ägäischen Meer entfernt und war eine der schönsten Städte in der hellenistischen Welt. In ihr wurden besonders Zeus, Athene und Dionysus angebetet. Heute kann man in einer wunderschönen Landschaftskulisse das “Theater des Pergamon” besichtigen.

 
  Thyatira
 


Thyatira (heute Akhisar) lag auch im westlichen Kleinasien in der Landschaft Lydien, zwischen den Städten Pergamon und Sardis. Der syrische König Seleukus I. verwandelte sie in eine hellenistische Stadt, und unter den Römern wurde sie zu einer Industriestadt. Lydia, die erste Frau, die sich unter Paulus zum Christentum bekehrte, kam aus Thyatira. Heute kann man in der Stadt, welche südlich des Akhisar Sees liegt die Überreste der Kirche in Thyatira besichtigen.

 
  Sardes



Sardes (heute) war eine überaus reiche Stadt. Seit 1200 v. Chr. die Hauptstadt Lydiens, entwickelte sie sich zu einem wichtigen Zentrum für Handel und Waffenproduktion. Die Akropolis galt als eine uneinnehmbare Festung, wurde aber dennoch im Jahre 549 v.Chr. vom Perserkönig Kyros und im Jahre 218 v.Chr. von Antichus von Syrien erobert. Bis heute ist ein Komplex der Kirche in Sardes und eine Sporthalle, sowie ein Schwimmbad erhalten geblieben.

 
  Philadelphia



Philadelphia (heute Alasehir) liegt auf dem zentralen Hochplateau in der Landschaft Lydien und wurde somit zu einem Kreuzpunkt der Handelsstraßen, die die antiken Städte in dieser Hochebene miteinander verband. Die durch ein Erdbeben im Jahre 19 n. Chr. zerstörte Stadt wurde unter Tiberius wieder aufgebaut. Heute sind, aufgrund von häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen, nur noch zwei mächtige Pfeiler der Kirche in Philadelphia erhalten geblieben.

 
  Laodicea
 


Laodicea, am Lykos, einem Zufluss des Mäanders gelegen, wurde sie von Antiochus dem Seleuziden errichtet, der die Stadt nach dem Namen seiner Frau ernannte. Im Jahre 133 v.Chr. fiel die Stadt unter römische Herrschaft. Die Gemeinde dort mag bereits zu Zeiten des Apostels Paul existiert haben und vielleicht hat auch Epaphras mit dieser Gemeinde zusammen gearbeitet. Von der Kirche in Laodicea existieren heute leider nur noch Ruinen, die das Ergebnis eines Erdbebens aus dem Jahre 60 n. Chr. darstellen.

Weitere wichtige religiöse Städte der Türkei
 
  Istanbul

Istanbul kann man wahrscheinlich als die vielfältigste und interessanteste Stadt der Türkei bezeichnen, nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie sich auf zwei Kontinenten befindet, Europa und Asien. Auch die Geschichte hat hier ihre Spuren hinterlassen, die man bei Besichtigungen der vielen Bauwerke, Denkmäler, Kirchen und Moscheen nachfühlen kann. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist wohl die “Blaue Moschee”, die aufgrund der vorwiegend blauen Fliesendekoration als solche bezeichnet wird. Sie wurde in den Jahren von 1609 bis 1616 unter Sultan Ahmet I. Von Mehmet Aga, einem Schüler des großen Architekten Sinans erbaut. Ein imposantes Werk der islamischen Architektur und Kunst mit über 20.000 Fayencefliesen, goldenen Koranschriftbändern, roten Teppichen und 260 buntbeglasten Fenstern- Hier verkündeten die Sultane geistliche Erlässe, begingen religiöse Feste und sandten alljährlich die Mekkapilger aus. Sie ist die einzige Moschee der Welt mit sechs Minaretten, welche der Überlieferungen nach durch einen Fehler des Baumeisters gebaut wurden. Sultan Ahmet I. soll ursprünglich angeordnet haben, dass die Minarette aus Gold angefertigt werden sollten. Der Baumeister wußte jedoch bestens über die finanzielle Lage das Staates bescheid und deutete den Befehl des Sultans von `goldene Minarette´(türkisch: ALTIN mare) in `sechs Minarette´(türkisch: ALTI mare).Die blaue Moschee ist in unmittelbarer Nähe der Hagia Sophia am goldenen Horn im Stadtteil Sultanahmet. Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls ist wohl die Hagia Sophia (`Kirche zur göttlichen Weisheit´oder `Das Wort Gottes´), die sich ebenfalls im Stadtteil Sultanahmet befindet. Sie zählt zu den größten Kirchenbauten der Welt, erbaut 537 n.Chr. durch Konstantin den Großen. In den Jahren 537-1453 n.Chr. spielte sie eine zentrale Rolle für den christlichen Glauben im Byzantinischen Reich. Doch als die Türken 1453 Konstaninopel eroberten, wurde sie in eine Moschee umgewandelt. Kemal Atatürk, der Gründer der modernen Türkei, entschloss sich, dieses historische Gebäude ausschließlich als Museum verwenden zu lassen und verbat die Abhaltung religiöser Zeremonien. Besonders imposant ist die Kuppel über dem Hauptschiff mit 40 verglasten Fenstern mit einer Scheitelhöhe von 55m. Sie ist damit ein vollkommenes Beispiel byzantinischer Architektur. Ein Beispiel für das Leben und Einkaufen in der Türkei ist auf jeden Fall der überdeckte Basar, der sich auf einer Fläche von 20.000 qm erstreckt. Hier findet man mehr als 4500 Geschäfte, 17 Eingangstore, 90 Gassen und 20.000, dort arbeitende Menschen. Kaufen kann man so gut wie alles: Teppiche, Kleidung, Lederwaren, Souvenirs, Schmuck, Künstlerartikel und so weiter. Der Basar liegt zwischen den Stadtteilen Beyazit und Sultanahmet und ist besonders in den Sommermonaten eine Oase der Erholung.
 

  Ankara
 
Als der Republikgründer Atatürk entschied, dass Ankara die Hauptstadt des neuen Staates sein sollte, war Ankara eine mittelalterliche anatolische Kleinstadt mit ca. 200.000 Einwohnern. Heute jedoch handelt es sich um eine Metropole mit 4 Millionen Einwohnern. Langsam löst sich diese auch von ihrem Image als triste Beamten- und Diplomatenstadt, denn man findet immer stärkere Attribute einer modernen Metropole, wie teure Geschäfts- und Wohnviertel, ein abwechslungsreiches Kultur- und Nachleben sowie angesehene Forschungsinstitute.Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ankaras gehört auf jeden Fall das Atatürk-Mausoleum (Anit Kabir), denn die Grabstätte Atatürks ist das größte Mausoleum der Gegenwart und das Wahrzeichen Ankaras. Zu der riesigen Anlage gehört unter Anderem ein Museum, in dem persönliche Gegenstände des Republikgründers ausgestellt sind und in dem man seine Lebensgeschichte und seine Erfolge nachlesen kann. Das Mausoleum befindet sich im Stadtteil Tandoğan und ist täglich von 9 – 16 Uhr geöffnet. Die älteste Moschee der Stadt, Arslan Camii, gehört ebenso zu den Wahrzeichen Ankaras. Sie wurde um 1920 von den Seldschuken aus Bruchstein errichtet und besitzt drei wunderschöne, mit Steinornamenten geschmückte Tore und eine, mit Fayencemosaiken verzierte Gebetsnische samt Kanzel aus Nussbaum. Die Arslan Camii befindet sich in der Zaman Pazari, Arslahan Mah. und ist ganz in der Nähe des „Museums für anatolische Zivilisationen“ Im Stadtteil Ulus befindet sich die wunderschöne alte Burg, die mächtig über der Stadt thront. Die Mauern stammen aus byzantinischer Zeit, Seldschuken und Osmanen bauten die Burg später jedoch mehrmals um, so dass eine Stätte vieler verschiedener Einflüsse entstanden ist, die die Besichtigung zu einem Erlebnis werden lässt. Die verwinkelten Gassen mit den alten Osmanischen Holzhäusern im Inneren der Zitadelle bildeten früher einmal den Ortskern Angoras und sind nur ein Teil der schönen Plätze der Burganlage.

  Konya
 
Konya ist in vielerlei Hinsicht eine sehr sehenswürdige Stadt, sie ist das Zentrum des anatolischen Islams, der Stadt bis heute noch sehr prägt. Hier wurde auch der weltberühmte Mevlana-Orden gegründet (auch bekannt als die „tanzenden Derwische“), deren spirituelle Bruderschaft Toleranz und Friedfertigkeit predigte. Eine große Attraktion ist somit auch das jährlich stattfindendende Derwisch-Festival. Konya ist eine überraschend grüne Oase, inmitten einer kahlen, baumlosen Ebene, umgeben von kleinen Flüssen und zahlreichen Brunnen. Die älteste und größte seldschukische Moschee Konyas (Aleddin Camii) liegt in einem schattigen Park mit mehreren Teegärten und lädt nicht nur deshalb zum Verweilen und Entspannen ein. Sie wurde 1221 auf dem Höhepunkt der Seldschuken-Macht in Kleinasien von Sultan Aleddin Keykubar I. eingeweiht und besitzt neben den 42 Säulen, welche die Holzdecke trägt, eine Gebetsnische, die mit prachtvollen Fayencen ausgestattet ist. Beeindruckend ist auch der ungewöhnlich, unregelmäßige Grundschnitt der Moschee. Direkt gegenüber der Aleddin Camii befindet sich die Büyük Karatay Medrese (Große Karatay Koranschule)., welche heute als ein Museum für Keramikarbeiten aus seldschukischer Zeit geöffnet ist. Unter den noch erhaltenen Medresen ist dieser Bau der wohl schönste und beeindruckendste. Besonders schön ist die Kuppel über dem Hauptraum, die mit dunkelblauen und türkisen Fliesen ausgelegt ist. Dadurch bekommt der Betrachter den Eindruck das Firmament zu sehen. Ansonsten kann man in Konya herrlich relaxen, spazieren und die Seele baumeln lassen.

 
  Kappadokien
 
Die Kappadokien sind die wundersamste Landschaft Anatoliens. Durch Schnee und Regen, Wind und Sonne, welche den Tuffstein unterhöhlten, entstanden Tausende von pyramidenartigen Formationen, die das gesamte Gebiet wie eine bizarre Traumlandschaft aussehen lassen. Diese Erdpyramiden schuf der 50 km entfernte Vulkan Erciyes Dağı, dessen heftige Ausbrüche in der Umgebung des Berges zur Ablagerungen einer mächtigen Ascheschicht. Diese Massen verfestigten sich später, während Flussströmungen schluchtartige Rinnen in die Tuffschicht spülten. Hinter diesen aschegrauen Fassaden verbergen sich Wohnräume, Gräber, unterirdische Siedlungen und mehr als 360 kleinen Kirchen, die christlichen Gemeinden als Versteck dienten. Diese Stätte ist so atemberaubend, dass man diesen Besuch immer im Gedächtnis behalten wird.

 
  Aspendos
 
Die Stadt soll, antiken Quellen nach, von den Sehern Kalchas und Mopsos auf dem Rückzug von ihrem Kampf in Troja gegründet worden sein. Im Jahre 333 v.Chr. erschien Alexander der Große in Pamphylien. Die Aspendier baten ihn durch Gesandte, die Stadt nicht zu besetzen und boten ihm dafür 50 Goldtalente und Tausende von Pferden. Die Aspendier hielten ihr Wort jedoch nicht und daraufhin griff Alexander die Stadt an, nahm sich 50 Talente, Geißeln und einen Jahrestribut, 190 v.Chr. wurde Aspendos pergamenisch und fiel wie seine Nachbarstädte in römische Hände. Die Stadt erlebte nun ihre Blütezeit und viele der mächtigen Bauten der Stadt stammen aus dieser Zeit. Unbedingt zu besichtigen wäre das Theater, das besterhaltene Theater der antiken Welt. Es wurde im 2.Jh. n.Chr. unter dem Kaiser Mark Aurelius von dem Architekten Zenon aus Aspendos gebaut. Der Zuschauerraum ist halbkreisförmig und hat einen Durchmesser von 95 m, 20.000 Zuschauer hatten hier Platz. Das gut erhaltene Bühnengebäude ist 30 m hoch. Leider ist die Marmorverkleidung der Bühnenwand im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen. Ansonsten kann man das Stadion, von dem leider der größte Teil der Zuschauerplätze zerstört sind, den Marktplatz, den Konferenzsaal, das römische Bad, ein Gymnasium und das Aquädukt besichtigen. Das Aquädukt ist ein schönes Beispiel für die Wasserbautechnik der Römer, man leitete das Wasser durch dieses Bauwerk nach dem Prinzip der Kommunizierenden Röhren in die Oberstadt.
 

 
  Die Arche Noah
  und der Berg Ararat
 

Nachdem Gott Adam und Eva schuf, bevölkerten Menschen rund 1500 Jahre lang die Erde. Doch ihre Sündhaftigkeit bracht die Strafe Gottes in Form einer Sintflut auf sie herab. Mit Ausnahme der in der Arche befindlichen Tiere kamen alle Lebewesen um. Und nur Noahs Familie blieb übrig um die Menschheitsgeschichte fortzuführen. Nachdem die Sintflut vorüber war, landete die Arche im „Heldenbett“ genannten südöstlichen Teil des Berges Ararat. Dort wurden die schiffsförmigen Überreste gefunden. Der Fundort der Arche befindet sich in 20 km Entfernung vom Gipfel des Ararats auf einer Höhe von 200 m über dem Meeresspiegel. Ihre ursprüngliche Form ist im Laufe der Jahrtausende durch Erdbeben und Vulkanausbrüche verloren gegangen; lediglich die Randform ist noch erhalten. Entdeckt wurde die Arche Noah von folgenden Männern: James Irwin, Prof. Ronald Watt, der über 10 Jahre lang im Gebiet des Ararat Forschungen anstellte, und Prof. Pasold, der drei Jahre lang auf eigenen Kosten Forschung betrieb. Nachdem sie physikalische, chemische, radiologische und geologische Untersuchungen durchgeführt hatten, kamen sie zu zu dem Ergebnis, dass Noah vier durchlöcherte Felsen als Anker benutzte und dass die Arche äußerlich einem Raumschiff gleichend vier Kiele hatte, um den Stürmen besser widerstehen zu können. Prof. Pasold erinnerte daran, dass die Geschichte bereits im Gilgamesch Epos erwähnt wird, dass unter den ersten Königen der Babylonier um ca. 3100 v. Chr. niedergeschrieben wurde. Pasold erhielt seine ersten Indizien auf der Suche nach der Arche aus den Worten Nasirat (Erretter), Gisma (Schiff) und Nasar (Opfer). Er schloss daraus, dass Nasar sich auf das gleichnamige Dorf bezieht und begann daraufhin seine Ausgrabung dort. Die von ihnen entdeckte Arche war 170, 08 m lang, was den Bibel erwähnten 300 Ellen entspricht. Die Breite hingegen war mit 48,8 m entschieden größer als die in der Bibel erwähnten 50 Ellen (26,2 m). Dieser Unterschied erklärt sich daraus, dass die Arche nach dem Aufsetzen auseinander brach.
 

 
  Vansee
 
(türkisch Van Gölü), großer abflussloser Salzwassersee (Sodasee) im Osten Anatoliens (Türkei), im Ararathochland zwischen den Quellen von Euphrat und Tigris auf 1 646 Meter Meereshöhe. Der Vansee ist der größte See der Türkei und der größte Sodasee der Welt (mit einem Sodagehalt bis zu 13 Prozent). Er ist etwa 80 Kilometer lang und zwischen 16 und 40 Kilometer breit, seine Fläche beträgt insgesamt 3 724 Quadratkilometer. Er hat eine unregelmäßige Form, ist bis etwa 450 Meter tief und von dicht bewaldeten Bergen umgeben. In ihn münden einige kleinere Flüsse. An seinem Ostufer liegt die türkische Stadt Van. Bis vor circa 100 000 Jahren war der Vansee noch ein Süßwassersee. In der Nähe der heutigen Stadt Tatvan hatte der See einen Abfluss zum Murat, einem Quellfluss des Euphrat. Seit dieser Abfluss von einem Lavastrom des Vulkans Nemrut Dagi abgedämmt wurde, erhöht sich die Salzkonzentration des Seewassers: Durch die Zuflüsse eingebrachte Salze können nicht mehr abtransportiert werden und reichern sich an. Der Wasserspiegel des Vansees bleibt aufgrund hoher Verdunstungsraten konstant. Sein hoher Sodagehalt bedingt, dass nur wenige Pflanzen- und Tierarten, wie Rädertiere, Wasserwanzen, kleine Krebse und Algen, hier vorkommen. Lediglich an den Mündungen der Zuflüsse findet man auch Fischarten, wie z. B. den Ukelei.
 

 
  Haran
 
45 km südlich der Provinzstadt Urfa befindet sich diese Stadt, die mit ihren eigentümlichen 4,5m hohen „Trulli“ genannten Häusern noch an biblische Zeiten erinnert. Die kuppelähnliche Form dieser Häuser mag auf sumerische Einflüsse zurückzuführen sein. In dieser Stadt ließ sich Abraham, der geistliche Stammvater aller Christen, Juden und Moslems, eine Zeit lang nieder. Gott rief ihn jedoch dazu auf, Haran zu verlassen, um dadurch seinen Erlösungsplan, sein Gegenkonzept zur menschlichen Sündengeschichte in Gang zu setzten (1. Mose 12,1-2). Das ebenso unter dem Namen Padan Aram oder Aram Naharaim (Luther: Mesopotamien) bekannte Haran blieb aber die geistliche Heimat Abrahams und seiner Nachkommen. Hier ließ Abraham nach einer Braut für seinen Sohn suchen (1. Mose 24,3-43). Und auch dessen Sohn Isaak drängte seinen Sohn, sich von hier eine Frau zu nehmen (1. Mose 28, 1-2)

Über Jahrtausende war Haran eine blühende Stadt der Bildung und der Religion. Nachdem die Assyrer, Perser, Römer und Byznatiner hier siedelten, wurden sie 1260 von den Mongolen zerstört. Nur die Ruinen geben noch einen Hinweis auf die ehemalige Größe der inmitten einer fruchtbaren Ebene gelegenen Stadt.
 

 
  Urfa
 
Urfa liegt 540 m ü. d. M. und hat 200.00 Einwohner. Ab ca. 200 v. Chr. war es die Hauptstadt des Huri Reiches und trug auch die Namen Orhe und Oshomene. Der Name „Huri“ und das Volk der Huriter leiten ihren Namen von dem Namen dieser Stadt ab. Auch Abraham, der in der Sprachen der Chaldäer Ohrham hieß, wird mit dieser Stadt in Verbindung gebracht. Der islamischen Überlieferung zufolge lebte auch der alttestamentliche Hiob hier. Sieben Jahre lang wohnte er als verarmter Aussätziger in einer nahe gelegenen Höhle. Auf der Landstrasse 24 in Richtung Mardin liegt ein Dorf namens Nebiyob, in dem sich die Gräber Hiobs, seiner Frau und des Propheten Elias befinden sollen. Hiobs Grab befindet sich in einer Höhle, aus der eine Quelle entspringt, deren Wasser Hiob geheilt haben soll. Später wurde darüber ein Pavillion errichtet. Im Jahre 450 n. Chr. entdeckte ein Bischof die gesundheitsfördernde Wirkung dieses Quellwassers und errichtete ein Krankenhaus in der Nähe.
 

 
Die Stadt an den Abhängen des Nemrut Dağı (Nimrod-Berg)
 

Adıyaman, die Wiege der ältesten Zivilisationen in der Geschichte der Menschheit, ist in touristischer Hinsicht einer der wichtigsten Bezirke in der Türkei. Besonders die Gräber, Tempel und Königsstatuen am Nemrut Dağı in der Gegend von Kahta erwecken das rege Interesse der Touristen. Als Folge der Neugewinnung von bewässerten Flächen im Rahmen des Südostanatolien-Projekts hat sich die Landwirtschaft beträchtlich entwickelt, was in den letzten Jahren auch die Industrialisierung dieses Bezirkes beschleunigt hat. Der für seine Kunstliebe bekannte Antiochus I., König des im 1.Jahrhundert v.Chr. auf dem Boden des Bezirks Adıyaman errichteten Kommagene-Reiches, beschloß, sein Grab auf der Spitze des majestätischen Nemrut Dağı errichten zu lassen und sagte:"Besucher meines Grabes sollen sich festlich kleiden und auch mit Wohlgerüchen gesalbt sein. Ich werde ihnen auf diesem Boden für Generationen Glück und Reichtum verleihen." Nun, der heutige Nemrut-Dağı-Park mit der beeindruckenden Silhuette des 2.150 hohen Nemrut Dağı's, mit seiner natürlichen Schönheit und dem historischen Reichtum, ist der meistbesuchte Ort seitens der Touristen in diesem Bezirk. Das Mausoleum von Antiochus I. auf der Spitze des Berges ist im Osten und Westen von drei heiligen Bezirken in Form von in Felsgestein gehauene Terassen umgeben. Auf der östlichen Terasse befinden sich der Reihe nach Apollo, der Gott der Künste, Tyche (Fortuna), die Göttin der Fruchtbarkeit, Zeus, der Blitz- und Donnergott, Herkules, der Gott der Kraft, König Antiochus und Adler- und Löwenstatuen. Die Denkmäler sind 9m hoch. In den nördlichen und südlichen Terassen befinden sich die Stelen der königlichen Familie von Kommagene. Auf der östlichen Terasse befindet sich ein viereckiger Stufenaltar und an seinen Seiten Löwenstatuen als Schutz. Die gleichen Statuen befinden sich auf der westlichen Terasse, die zwar zerstörter ist als die östliche Terasse, aber von eindrucksvollerer bildhauerischer Qualität ist. Vor allem von dieser westlichen Terasse aus bietet der Nemrut Dağı bei Sonnenuntergang eine unvergleichliche pastorale Stimmung dar, die dem Betrachter unvergeßliche Augenblicke beschert. Die geeigneteste Zeit für eine Besteigung des Berges liegt zwischen dem 15. Mai und 15. Oktober.
 


Quelle: Übersetzung aus namhaften türkischen Büchern

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